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Wichtige Erkenntnisse aus der Expertise zur Situation älterer trans* Menschen in Berlin

QueerPflege-LSBTIQ-Pflege Ein Dokument mit dem Titel „Trans* Schul-Workshop in Berlin“ liegt auf einem Schreibtisch neben einem transparenten Glas mit einer Zitrone darin und einem teilweise sichtbaren Laptop.

Liebe Leser:innen,

heute möchte ich euch die wichtigsten Erkenntnisse aus der ersten Expertise zur Situation älterer trans* Menschen in Berlin vorstellen. Diese Expertise wurde von der Fachstelle LSBTI*, Altern und Pflege in Auftrag gegeben und von Max Appenroth, einem trans*-Aktivisten, Wissenschaftler und Diversity Consultant, erstellt. Sie beleuchtet die vielfältigen Herausforderungen, denen ältere trans* Personen gegenüberstehen, und bietet wertvolle Empfehlungen für eine bessere Unterstützung und Inklusion.

Zentrale Erkenntnisse der Expertise:

1. Alltagserfahrungen älterer trans Personen*

Ältere trans* Menschen erleben ihren Alltag häufig als besonders herausfordernd. Viele sind mit systematischer Diskriminierung und mangelnder Akzeptanz konfrontiert. Diese Erfahrungen wirken sich negativ auf ihre Lebensqualität und psychische Gesundheit aus. Zudem fehlt es oft an sicheren und unterstützenden Gemeinschaften, die ihre Bedürfnisse verstehen und respektieren.

2. Hürden bei der gesellschaftlichen Teilhabe

Trans* Senior:innen stoßen auf zahlreiche Barrieren, wenn es um ihre Teilhabe und Mitwirkung in der Gesellschaft geht. Bürokratische Hürden, fehlende rechtliche Anerkennung und mangelnde Sensibilität im öffentlichen Raum tragen dazu bei, dass sie sich oft ausgeschlossen fühlen. Insbesondere im Bereich der sozialen Dienstleistungen gibt es noch viel Verbesserungspotenzial.

3. Gesundheits- und Pflegeversorgung

Die Expertise zeigt deutlich, dass die Gesundheits- und Pflegeversorgung für ältere trans* Personen oft unzureichend ist. Viele berichten von Diskriminierung und mangelnder Fachkompetenz im Gesundheitswesen. Spezifische gesundheitliche Bedürfnisse, wie die Nachsorge von geschlechtsangleichenden Maßnahmen oder der Umgang mit hormonellen Therapien, werden häufig nicht angemessen berücksichtigt.

4. Unterstützungsangebote

Es gibt zwar einige Unterstützungsangebote für ältere trans* Menschen, doch diese sind oft nicht ausreichend bekannt oder zugänglich. Die Expertise hebt hervor, dass es notwendig ist, bestehende Angebote besser zu vernetzen und bekannt zu machen. Auch der Aufbau neuer, zielgerichteter Angebote ist essenziell, um die Lebensqualität dieser Bevölkerungsgruppe zu verbessern.

5. Verbesserungsbedarf und notwendige Maßnahmen

Um die Situation älterer trans* Menschen zu verbessern, sind konkrete Maßnahmen erforderlich. Dazu gehören:

  • Sensibilisierung und Schulung: Pflegekräfte und medizinisches Personal müssen für die spezifischen Bedürfnisse trans* Senior:innen sensibilisiert und geschult werden.
  • Rechtliche Anerkennung und Bürokratieabbau: Erleichterungen bei rechtlichen Anerkennungsverfahren und der Abbau bürokratischer Hürden sind entscheidend.
  • Aufbau von Unterstützungsnetzwerken: Die Schaffung und Förderung von Netzwerken und Gemeinschaften, die trans* Personen im Alter unterstützen, sind von großer Bedeutung.

Die vollständige Expertise steht als kostenloser Download zur Verfügung: Expertise zur Situation älterer trans* Menschen in Berlin.

Fazit

Die erste Berliner Expertise zur Situation älterer trans* Menschen bietet einen umfassenden Einblick in die spezifischen Herausforderungen und Bedürfnisse dieser Bevölkerungsgruppe. Sie liefert wertvolle Empfehlungen, um die Inklusion und Unterstützung älterer trans* Personen zu verbessern. Diese Erkenntnisse sind ein wichtiger Schritt hin zu einer gerechteren und inklusiveren Gesellschaft.

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Andreas von Queer Pflege
Mein Name ist Andreas und ich lebe und arbeite in Berlin. Als Pflegeberater lerne ich viele Menschen kennen, die entweder selbst pflegebedürftig sind, Angehörige pflegen oder in der Pflege arbeiten. Oft wird mir berichtet, wie schwierig es ist, sich als queerer Mensch in der Pflegewelt zurechtzufinden. Mit meiner Erfahrung als Sozialversicherungsangestellter helfe ich queeren Menschen in der Pflege ehrenamtlich, Informationen und Unterstützung zu finden.
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