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Politik & Forderungen

Politische Forderungen

QueerPflege fordert, dass LSBTIQ*-Personen in Pflege, Beratung, Alltagshilfe, Wohnen, Krankenhaus, Hospiz und Sterbebegleitung nicht länger nur mitgemeint, sondern ausdrücklich mitgedacht werden.

Ein Mensch hält bei einer Demonstration ein Schild für Vielfalt in der Pflege.
Worum es geht

Kein Sonderrecht, sondern Gleichheit

Es geht nicht um Sonderrechte. Es geht um gleiche Würde, gleiche Sicherheit und gleichen Zugang zu guter Pflege. Pflege muss so organisiert sein, dass queere Menschen ihre Identität, ihre Beziehung, ihre Wahlfamilie und ihre Biografie nicht verstecken müssen.

QueerPflege ist bereits als bundesweites, kostenfreies Portal sichtbar, eine Brücke zwischen queeren pflegebedürftigen Personen und Angeboten, die professionell und queersensibel arbeiten. Genau daraus ergeben sich diese politischen Forderungen.

1Würde

Gleiche Würde

Queere Menschen werden mit Biografie, Beziehungen und Identität gesehen, nicht auf Pflegebedarf reduziert.

2Sicherheit

Gleiche Sicherheit

Schutz vor Diskriminierung und Zwangs-Outing, in der Wohnung, der Einrichtung und am Lebensende.

3Zugang

Gleicher Zugang

Gute, auffindbare und finanzierte queersensible Pflege, bundesweit und unabhängig vom Zufall.

Zwölf Forderungen

Was sich ändern muss

01

Queersensible Pflege muss Teil der Regelversorgung werden

Forderung: Queersensible Pflege darf nicht vom Zufall abhängen. Sie muss verbindlich in Pflegeberatung, Ausbildung, Fortbildung, Qualitätsmanagement, Pflegeplanung, Begutachtung, Entlassmanagement sowie ambulanter, stationärer und Hospizarbeit verankert werden.

  • verpflichtende Fortbildungen zu LSBTIQ*-sensibler Pflege
  • Wissen zu trans*, inter* und nicht-binären Personen
  • Umgang mit Wunschnamen und Pronomen
  • Schutz vor Zwangs-Outing
  • Anerkennung von Wahlfamilien
  • HIV-sensible Pflege ohne Stigma
  • diskriminierungssensible Biografiearbeit
Fachstelle LSBTI*, Altern und Pflege
02

Wahlfamilien müssen im Pflegesystem anerkannt werden

Forderung: Pflege, Beratung, Krankenhäuser, Pflegekassen und Einrichtungen müssen Wahlfamilien als wichtige Bezugspersonen anerkennen, wenn die pflegebedürftige Person das möchte.

  • Formulare, die nach wichtigen Bezugspersonen statt nur nach „Angehörigen“ fragen
  • verständliche Infos zu Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung
  • verbindliche Standards in Pflegeplanung und Entlassmanagement
  • Anerkennung von Wahlfamilien in Sterbe- und Trauerbegleitung
  • keine automatische Bevorzugung der Herkunftsfamilie gegen den Willen der Person
Wahlfamilien in der Pflege
03

Schutz vor Zwangs-Outing muss verbindlicher Pflegestandard werden

Forderung: Einrichtungen, Dienste, Beratungsstellen, Krankenhäuser und Pflegekassen brauchen klare Datenschutz- und Handlungskonzepte zum Schutz vor Zwangs-Outing.

  • keine Weitergabe sensibler Informationen ohne Zustimmung
  • klare Dokumentationsregeln
  • Schutz in Mehrbettzimmern, Wohnbereichen und Übergaben
  • keine Offenlegung gegenüber Herkunftsfamilie oder Dritten ohne Einwilligung
  • sichere Erfassung von Wunschnamen und Pronomen
  • Sensibilisierung der Mitarbeitenden
04

Pflegeberatung für LSBTIQ*-Personen muss bundesweit zugänglich sein

Forderung: Es braucht dauerhaft finanzierte, niedrigschwellige und queersensible Pflegeberatung, bundesweit, online, telefonisch und vor Ort.

  • spezialisierte Beratung für LSBTIQ*-Personen mit Pflegebedarf
  • Beratung für Wahlfamilien und Partner:innen
  • Unterstützung bei Pflegegrad, Entlastungsbetrag, Verhinderungspflege und Vorsorge
  • queersensible Lots:innen-Strukturen
  • Kooperationen mit Pflegestützpunkten, Pflegekassen und Community
Zur Pflege-Suche
05

Queersensible Pflegeangebote müssen sichtbar und auffindbar sein

Forderung: Queersensible Pflege-, Beratungs-, Wohn- und Unterstützungsangebote müssen bundesweit sichtbar, auffindbar und überprüfbar werden.

  • eine langfristig geförderte bundesweite Angebotsdatenbank
  • transparente Kriterien für queersensible Angebote
  • regelmäßige Aktualisierung und Prüfung
  • regionale Netzwerke zwischen Pflege und Community
  • barrierearme Suche, einfache Sprache, mehrsprachige Angebote
06

Qualitätssiegel und Standards müssen gestärkt werden

Forderung: Qualitätsstandards für LSBTIQ*-sensible Pflege müssen politisch gefördert, weiterentwickelt und in Regelstrukturen überführt werden.

  • Förderung von Zertifizierungen und Qualifizierungsprozessen
  • Anerkennung von Programmen wie Lebensort Vielfalt®
  • Unterstützung ambulanter und stationärer Einrichtungen
  • Verankerung im Qualitätsmanagement
  • Förderung von Fortbildungen und öffentliche Sichtbarkeit
Zum Qualitätssiegel
07

Queere ältere Menschen dürfen nicht wieder unsichtbar werden

Forderung: Die Politik muss ältere LSBTIQ*-Personen als eigene Zielgruppe in Altenhilfe, Pflegeplanung, Einsamkeitsprävention, Demenzstrategien sowie Hospiz- und Palliativversorgung sichtbar machen.

  • LSBTIQ*-sensible Altenhilfeplanung
  • queersensible Demenzangebote
  • Schutz vor Isolation und Einsamkeit
  • Besuchsdienste und Community-Anbindung
  • Pflege-WGs und Wohnformen für queere Menschen
  • Berücksichtigung historischer Diskriminierungserfahrungen
08

HIV-Stigma in Pflege und Gesundheit muss aktiv bekämpft werden

Forderung: Pflege, Medizin und Beratung müssen HIV-sensibel arbeiten. Es braucht verbindliche Schulungen, Datenschutz und klare Standards gegen Stigmatisierung.

  • Wissen zu HIV und Basishygiene
  • keine Sonderbehandlungen ohne fachlichen Grund
  • vertraulicher Umgang mit dem HIV-Status
  • keine stigmatisierende Dokumentation
  • Fortbildung von Pflegefachpersonen
  • Kooperation mit Aidshilfen und Community
Deutsche Aidshilfe
09

Queersensible Pflege muss finanziert werden

Forderung: Queersensible Pflegeberatung, Portalstrukturen, Netzwerkarbeit, Fortbildungen, Selbsthilfe, Besuchsdienste und Fachstellen müssen dauerhaft öffentlich finanziert werden.

  • Regelfinanzierung statt befristeter Modellprojekte
  • Förderung von QueerPflege als bundesweitem Portal
  • Finanzierung von Schulungsangeboten
  • Unterstützung regionaler Netzwerke
  • Förderung von Selbsthilfe und Angehörigenarbeit
  • Mittel für einfache Sprache, Barrierefreiheit und digitale Zugänglichkeit
10

Pflegepolitik muss LSBTIQ*-Perspektiven systematisch beteiligen

Forderung: LSBTIQ*-Organisationen, Selbstvertretungen, Wahlfamilien, pflegebedürftige queere Personen und queersensible Fachstellen müssen an Pflegepolitik, Landespflegeplanung, Qualitätsentwicklung und Gesetzgebung beteiligt werden.

  • Pflegegesetze und Landespflegepläne
  • Gewaltschutzkonzepte und Altenhilfeplanung
  • Hospiz- und Palliativversorgung
  • Demenz- und Einsamkeitsstrategien
  • Pflegeausbildung und Qualitätsprüfungen
  • digitale Pflegeangebote
11

Gewalt- und Diskriminierungsschutz muss Pflege ausdrücklich einschließen

Forderung: Gewalt- und Diskriminierungsschutz muss Pflege, Betreuung, Alltagshilfe, stationäre Einrichtungen und häusliche Versorgung ausdrücklich einschließen.

  • Schutzkonzepte müssen LSBTIQ*-Feindlichkeit benennen
  • niedrigschwellige, erreichbare Beschwerdestellen
  • Diskriminierung nicht bagatellisieren
  • sichere Beratungs- und Beschwerdewege
  • Gewaltschutzgesetze müssen queere pflegebedürftige Menschen mitdenken
12

Queersensible Pflege braucht Daten, Forschung und Sichtbarkeit

Forderung: Es braucht Forschung zu LSBTIQ*-Personen in Pflege, Alter, Demenz, Behinderung, HIV, Einsamkeit, Alltagshilfe, Wahlfamilien und stationärer Versorgung.

  • Forschung nur mit Schutz sensibler Daten
  • keine Zwangs-Erhebung von Identitätsmerkmalen
  • Beteiligung der Community
  • Erhebung von Diskriminierungserfahrungen und Zugangsbarrieren
  • Evaluation queersensibler Angebote
  • Sichtbarkeit guter Praxis
Forschung & Studien
Kurz gesagt

Sicher, sichtbar und selbstbestimmt

Queere Menschen müssen in Pflege, Beratung und Unterstützung sicher, sichtbar und selbstbestimmt leben können.

Dafür braucht es queersensible Regelversorgung, anerkannte Wahlfamilien, Schutz vor Zwangs-Outing, verbindliche Fortbildung, diskriminierungsfreie Angebote, dauerhaft finanzierte Beratungs- und Portalstrukturen sowie echte Beteiligung von LSBTIQ*-Personen an der Pflegepolitik.

Mach mit

Hilf, queersensible Pflege stärker zu machen.

QueerPflege ist ein ehrenamtliches Projekt und wird ein gemeinnütziger Verein. Jede Unterstützung zählt.